SES22256/CAT22256-40 und RTV-4140 sind beide feste Silikonsysteme für den Bau wiederverwendbarer Formen, mit angegebenen Aushärtungshärten von 38 Shore A bzw. 40±1 Shore A. Ihre Härte ist daher weitgehend vergleichbar. Die aussagekräftigeren Unterschiede sind die außergewöhnlich hohe angegebene Weiterreißfestigkeit und die hochmodulige Positionierung von SES22256's gegenüber der einfacheren Verarbeitung und schnelleren Aushärtung von RTV-4140's.
Shin-Etsu positioniert SES22256/CAT22256-40 als hochfestes, hochmodulares additionsvernetzendes Formensilikon mit geringem Schwund und leichter Entformung. Seine auffälligste angegebene mechanische Eigenschaft ist eine Weiterreißfestigkeit von 43,037 N/mm, verglichen mit 32±0,5 N/mm für RTV-4140. SES22256 gibt außerdem 315 % Bruchdehnung an, gegenüber 220±50 % für RTV-4140. Diese Kombination kann relevant sein, wenn eine wiederverwendbare Form wiederholtem Öffnen, lokalem Weiterreißen oder mechanischer Beanspruchung an Schnitten und Trennfugen ausgesetzt ist.
Die Zugfestigkeitswerte liegen deutlich näher beieinander. SES22256 gibt 5,01 MPa an, während RTV-4140 5,3±0,5 MPa angibt. Die angegebenen Daten zeigen daher für keines der beiden Produkte einen aussagekräftigen Vorteil bei der Zugfestigkeit. Das bemerkenswertere mechanische Unterscheidungsmerkmal von SES22256's ist die Kombination aus höherer Weiterreißfestigkeit, höherer Dehnung und einem angegebenen Modul von 1,196 MPa bei 100% Dehnung.
Weiterreißfestigkeit, Dehnung und Modul betreffen unterschiedliche Aspekte des Formverhaltens. Eine höhere Weiterreißfestigkeit kann helfen, der Ausbreitung von Rissen oder Schnitten zu widerstehen, die Dehnung zeigt die Fähigkeit zur Streckung bei Handhabung und Entformung, während der Modul eher den Widerstand gegen Verformung unter Belastung beschreibt. Bei Formen, bei denen sowohl strukturelle Stützung als auch Widerstand gegen mechanische Beschädigung zählen, ist das vollständige Eigenschaftsprofil aussagekräftiger als eine einzelne Zahl.
Bei der Verarbeitung hat RTV-4140 den klareren praktischen Vorteil. Es verwendet ein Mischungsverhältnis von 1:1 nach Gewicht, verglichen mit 100:10 bei SES22256/CAT22256-40. MinghuiLink veröffentlicht zudem etwa 4.800 mPa·s für Komponente A und 4.300 mPa·s für Komponente B, während Shin-Etsu für SES22256 eine Basisviskosität von etwa 65 Pa·s und 39.000 cP im gemischten Zustand angibt. Da die Hersteller unterschiedliche Messpunkte und Materialzustände verwenden, sollten diese Zahlen nicht als striktes Viskositätsverhältnis betrachtet werden, doch RTV-4140 ist auf ein einfacheres routinemäßiges Mischen und Handhaben ausgelegt.
Die Verarbeitungszeit ist in diesem Vergleich kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Für SES22256/CAT22256-40 wird eine Verarbeitungszeit von 30 Minuten angegeben, für RTV-4140 ein Fenster von 30–40 Minuten. Beide erfordern daher einen konventionellen, relativ kurzen Ablauf für die Formvorbereitung. Anwender sollten SES22256 nicht in erster Linie wegen zusätzlicher Verarbeitungszeit wählen.
Die Aushärtezeit führt zu einem deutlich klareren Produktionsunterschied. SES22256/CAT22256-40 wird mit einer 24-stündigen Aushärtung bei 23°C angegeben, verglichen mit etwa 5–6 Stunden bei RTV-4140. RTV-4140 ist daher besser für Produktionsumgebungen geeignet, in denen ein schnellerer Formendurchlauf oder ein häufigerer Formenaustausch wichtig ist.
Bei einer Härte um A40 bieten beide Materialien mehr Formkörper und Dimensionsstabilität als weichere Typen A20–A30. Dies kann für größere Formen und Anwendungen nützlich sein, bei denen Verformungen kontrolliert werden müssen. Gleichzeitig ist Silikon der A40-Klasse weniger flexibel als weichere Typen, sodass tiefe Hinterschneidungen und dünne Abschnitte eine sorgfältigere Auslegung der Trennebene und der Entformungsverfahren erfordern können.
SES22256/CAT22256-40 ist daher am attraktivsten, wenn die mechanische Haltbarkeit im Vordergrund steht, insbesondere wenn hohe Weiterreißfestigkeit, Bruchdehnung und Verhalten mit hohem Modul von Nutzen sind. RTV-4140 passt besser zu Anwendern, die größeren Wert auf einfaches Ansetzen, niedrigere angegebene Komponentenviskosität und schnellere Aushärtung legen. Die Wahl sollte auf den Ausfallrisiken der Form und dem Produktionsablauf basieren und nicht allein auf der Härte.